Städt. Kindertagesstätte, Pfalzgrafenstraße 13a, 55232 Alzey, Tel.: 06731- 1336, e-mail: karin.krippeit(at)alzey.de Leiterin: Karin Krippeit
Partizipation
Unsere 1976 eröffnete Kindertagesstätte liegt im Osten der Stadt Alzey, inmitten von Wohnblocks des sozialen Wohnungsbaus.
Wir betreuen 100 Kinder im Alter von 3-6 Jahren.
Von diesen 100 Kindern sind:
- 30 Ganztagskinder mit Mittagessen
- 35 Kinder mit ausländischer Nationalität
- 30 Kinder aus Aussiedlerfamilien.
Seit September 1998 arbeiten wir nach dem pädagogischen Konzept: offene Gruppen - offene Arbeit.
Dieses Konzept bietet den Kindern viel Freiraum zur Persönlichkeitsentfaltung und zur Entwicklung ihrer emotionalen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten.
Die Kinder können alle Funktionsräume und das Außengelände der Kita gemäß ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten nutzen, um eigene Interessen zu erkennen und zu erweitern.
Partizipation von Kindern muss im Alltag gelebt werden und geschieht, wenn sie in ihrer Persönlichkeit ernst genommen werden, wenn ihre subjektive Gegenwart in der Kita eine Rolle spielen darf, wenn ihre Anliegen gehört werden und wenn auch sie Verantwortung übernehmen.
In unserer Kita haben die Kinder vielfältige Möglichkeiten, ihren Alltag nach eigenen Wünschen, Interessen und Bedürfnissen zu gestalten. Während des ganzen Tages können sie entscheiden:
- welchen Funktionsraum sie nutzen
- mit welchen Kindern sie spielen
- an welchem Projekt / Angebot sie teilnehmen.
Zwei sehr schöne Beispiele für Partizipation sind das Kinderparlament und die Kindervollversammlung.
Kinderparlament
Das Kinderparlament setzt sich aus den Schulanfängern des nächsten Jahres und 2 Erzieherinnen (Protokollführerinnen) zusammen. Das Parlament trifft sich einmal wöchentlich. Dabei werden Ereignisse und Regeln besprochen; das Verhalten von Kindern und Erwachsenen kritisch betrachtet und hinterfragt; Entscheidungen getroffen die auch den Kita- Alltag der jüngeren Kinder betreffen, Vorschläge diskutiert; Feste durchgesprochen; etc.
Es kommt vor, dass das Kinderparlament die Notwendigkeit erkennt, neue Regeln aufzustellen, an die sich sowohl Kinder und Erzieherinnen halten müssen.
Regeln, die vom Kinderparlament aufgestellt werden, werden von allen Kindern genau beachtet und auch eingehalten. Das Kinderparlament stimmt auch darüber ab, welche Exkursionen durchgeführt und welche Institutionen besucht werden. So setzen sie sich selbst Schwerpunkte.
Jeden Monat wird aus allen Parlamentskindern ein Vorstand gewählt, der aus 4 Kindern (2 Mädchen und 2 Jungen) besteht (paritätische Besetzung). So werden sie mit dem Thema "Wahlen- demokratische Abstimmung - gewinnen/verlieren" - vertraut gemacht und lernen, damit umzugehen.
Jedes Vorstandsmitglied leitet einmal im Monat das Kinderparlament, mit der Aufgabe:
Eröffnung der Sitzung - Gesprächsführung - Beenden der Sitzung.
Die Vorstandsmitglieder sind auch Ansprechpartner für Kinder, Eltern und Erzieherinnen. Der jeweilige Vorstand wird am schwarzen Brett der Kita veröffentlicht.
Die teilnehmenden Erzieherinnen sind Protokollantinnen und Impulsgeber. Sie müssen sich dem Tempo und Rhythmus der Kinder anpassen, ihnen Zeit lassen ihre Entscheidungen zu treffen, sich zurücknehmen um ihnen nicht ihre vorgefertigten Vorstellungen bzw. Lösungen über zu stülpen.
Kindervollversammlung
Einmal wöchentlich findet eine Kindervollversammlung statt. Diese trägt dazu bei, Gemeinschaft zu erleben, das Gruppengefühl zu fördern und informiert über Vorschläge bzw. Beschlüsse des Kinderparlaments.
Die Versammlung findet jeden Freitag zwischen 11 Uhr und 11.30 Uhr statt.
Im wöchentlichen Wechsel übernehmen 2 Parlamentskinder und 2 Erzieherinnen die Planung und die Durchführung.
Die Versammlung setzt sich aus 3 Teilen zusammen:
Begrüßen mit Begrüßungslied - individueller Hauptteil - Abschluss mit Abschlusslied.
Der Hauptteil beinhaltet aktuelle Themen, es werden Abstimmungen durchgeführt, gemeinsam gesungen und gespielt.
Wer sich zu einem Thema äußern möchte, muss den "Sprechstein" in der Hand haben (diese Regel gilt auch für die Erzieherinnen).
Die Kinderversammlung muss flexibel sein und die Gesamtsituation der Kita berücksichtigen.


