Mitbestimmung in Vereinen und Organisationen / Jugendringe
Kinder- und Jugendverbände sind eine Form der Partizipation: hier finden sich Kinder und Jugendliche freiwillig zusammen, gestalten und bestimmen das Verbandsleben selbst und wirken durch ihre Aktivitäten in die Gesellschaft hinein. Kinder- und Jugendverbände können die Entwicklung der zugehörigen Erwachsenenverbände mit gestalten und sich in gesellschaftliche Entscheidungsprozesse einmischen.
Große - und kleinere - Kinderorganisationen sind zunehmend darum bemüht, Mitbestimmung für Kinder und Jugendliche in ihrer Arbeit zu verwirklichen. Für ihre Organisation haben sie Richtlinien, Empfehlungen und Materialien entwickelt, wie die Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen gefördert werden kann. Viele Jugendverbände und Jugendringe wirken auch auf Gemeinde-, Stadt-, Kreis- oder Landesebene mit, wenn es darum geht, Kinder und Jugendliche zu beteiligen.
Beispiel 1:
Kreisfreie Stadt Mainz
Zeitsprung - Neue Zeiten für Kinder / "Blubbertage"
Das Kinderstufenteam, abgekürzt Kiste, beschäftigt sich bereits seit einigen Jahren damit, wie Kinder in der Katholischen Jungen Gemeinde mehr Rechte und Mitbestimmungsmöglichkeiten erhalten können.
So organisierte das Kinderstufenteam seit 1992 im zweijährigen Rhythmus Blubberwochenenden für ca. 200 Kinder und deren GruppenleiterInnen aus der ganzen Diözese Mainz, um für drei Tage an einem Projekt oder mehreren Projekten gemeinsam zu arbeiten, andere Leute kennen zu lernen und Spaß zu haben.
1998 veranstaltete die Kiste auf dem Katholikentag in Mainz, erstmalig bei einer solchen Veranstaltung, einen Kindertag für 220 Kinder mit den Schwerpunkten "Kinderrechte" und "Kinder in der Kirche".
Den GruppenleiterInnen des Verbandes wird die Kindermitbestimmung auf Studientagen nähergebracht. Der nächste Studientag zur Kinderstufenarbeit ist für den 21.10.2000 geplant.
Zusätzlich hat das Kinderstufenteam eine Arbeitshilfe zur Kindermitbestimmung herausgegeben: "Zeitsprung - Neue Zeiten für Kinder". Der erste Teil der Arbeitshilfe beschreibt, was unter Kindermitbestimmung zu verstehen ist. Der zweite Teil ist der Praxisteil. Er enthält ganz konkrete Methoden, wie Partizipationsprojekte mit Kindern gestaltet und durchgeführt werden können. Die Praxisanregungen reichen von Mitbestimmung in der Gruppenstunde über Mitbestimmung in der Pfarrei und Mitbestimmung in der Freizeit bis zur Mitbestimmung im Dekanat.
Beispiel 2:
Landesjugendring: "Kinder mischen mit"
Der Landesjugendring ist die Arbeitsgemeinschaft der Kinder- und Jugendverbände auf Landesebene mit zur Zeit über 20 Mitgliedsverbänden. Sein Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu unterstützen, ihre Interessen zu vertreten und ihr politisches Sprachrohr zu sein. In seinem Beteiligungsprojekt "Kinder mischen mit" versucht der Landesjugendring in zwei Kooperationsregionen, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zu intensivieren. Das Projekt wird aus dem Programm "Kinderfreundliches Rheinland-Pfalz" gefördert und läuft bis zum Juli 1999. Die Ergebnisse werden in einer Publikation dokumentiert.
Die zwei Beteiligungsprojekte in der kreisfreien Stadt Worms / Jugendforum und im Donnersbergkreis (Kinder- und Jugendanwälte in Kirchheimbolanden) werden von den örtlichen Kooperationspartnern weiter betreut.