Kinder- und Jugendbefragungen
Die Kinder- und Jugendbefragung kann der erste Schritt eine erfolgreichen Partizipation in einer Stadt, Gemeinde oder einem Kreis sein. Die Kinder- und Jugendbefragung hat den Vorteil, dass sie bereits im Vorfeld von Beteiligung Wünsche, Nöte und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen feststellen kann. Bei einer Befragung wird gewöhnlich in standardisierter Form ein Fragebogen erstellt, der die Lebenswelt, die politischen und kommunalen Interessen und die Beteiligungswünsche der Kinder und Jugendlichen abfragt. Die Ergebnisse einer Befragung können als Grundlage für weiteres Vorgehen genutzt werden.
Mit der Befragung kann für jede Stadt, Gemeinde oder jeden Kreis eine individuelle Beteiligungsform und auch verschiedene Beteiligungsformen gefunden werden.
Empfehlenswert ist es, Befragungen von Fachleuten in der Kinder- und Jugendbeteiligung durchführen zu lassen, da die Art und Wortwahl der Fragestellungen speziell erstellt werden muss. Auch die korrekte statistische Auswertung, die Vor- und Nachbereitung von Befragungen sollte durch Fachleute gesichert sein.
Beispiel:
Rhein-Pfalz-Kreis/Bobenheim-Roxheim
Kinder- und Jugendbefragung in Bobenheim-Roxheim
Im Januar 1999 führte die Gemeinde Bobenheim-Roxheim eine Jugendbefragung durch, um die Beteiligungswünsche ihrer Jugendlichen festzustellen. Die Befragung wurde durchgeführt von KOBRA, dem Beratungszentrum für kommunale Kinder-, Jugend-, Bürgerinnen und Bürgerbeteiligung in Landau.
Den Beschluss fasste die Gemeinde im Dezember 1998. Bereits im Januar wurden die Fragebogen mit 23 auf die Gemeinde bezogenen Fragen an alle Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren verteilt. Der Rücklauf betrug nach sechs Wochen rund 25 %. Diese Zahl ist vergleichsweise hoch. Bei einem Jugendhearing besprach der Bürgermeister mit den Jugendlichen das Ergebnis und leitete die gewünschten Maßnahmen ein. Derzeit arbeiten sechs Arbeitsgruppen u. a. an den Themen "Jugendzeitung", "Jugendrat" und verschiedenen Sparten von Freizeitgestaltung. Die Befragung leitete innerhalb von acht Wochen eine konkrete Beteiligung vor Ort ein, die von der Mehrzehl der Jugendlichen getragen wird. Die gute Zusammenarbeit von Fachleuten, Politik, Verwaltung und den Jugendlichen trug wesentlich zum Erfolg des Projektes bei.