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Mädchenprojekte

Die Partizipationsformen sollten den unterschiedlichen Lebenserfahrungen von Mädchen und Jungen gerecht werden. Gerade Mädchen sollten schon früh darin bestärkt werden, ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse frühzeitig wahrzunehmen und ins öffentliche Leben einzubringen.

siehe auch Kapitel: Basiswissen/Kinder als Mädchen und Jungen wahrnehmen

Beispiel:
Südwestpfalz/Geiselberg
Mädchen mischen mit - Ein Partizipationsmodell für Mädchen im ländlichen Raum

Das Projekt hat sich aus der Arbeit eines offenen Mädchentreffs in Geiselberg entwickelt, einer kleinen Gemeinde im Landkreis Südwestpfalz. Der Mädchentreff besteht dort seit 1994 und wird regelmäßig von ca. zwölf Mädchen zwischen 13 und 16 Jahren besucht. Das Projekt wurde initiiert von der ehrenamtlichen Betreuerin der Gruppe und einer Mitarbeiterin der Kreisverwaltung Südwestpfalz.

Mädchen und junge Frauen nehmen besonders im ländlichen Raum nach wie vor in fast allen Bereichen des öffentlichen Lebens wenig Einfluss auf Entscheidungsprozesse, auch wenn diese ihre persönliche Lebenssituation betreffen. Ziel des Projekts ist deshalb die Erarbeitung und Umsetzung von Strategien zur Erhöhung der Partizipation von Mädchen.

Die Mädchen engagieren sich für die Errichtung eines Jugendsportzentrums als eine Art Kommunikationszentrum für Mädchen und Jungen - auch über die Ortsgemeinde hinaus. Besondere Berücksichtigung sollen Sportarten finden, die Mädchen gerne betreiben, wie Rollschuhlaufen, Beachvolleyball, Basketball.

Das Projekt wurde am 1.1.1996 gestartet und hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Mit Hilfe einer Fachplanerin entwickelten die Mädchen ihr eigenes Planungsraster, bestehend aus Informationssammlung, Organisation von Geldern, konkreter Planung und Umsetzung.

Die Mädchen haben erreicht, dass das Gelände des "Alten Spielplatzes" in Geiselberg umgestaltet wird in Rollschuhbahn und Bolzplatz mit kleiner Schutzhütte und einem kleinen Spielbereich für jüngere Kinder. Die Rollschuhbahn soll durch Einzeichnung von Spielfeldern auch als Volley- und Basketballfeld nutzbar sein. Die Ausführung der anfallenden Arbeiten wird von den Mädchen begleitet und so weit wie möglich durch Eigenleistung unterstützt. Gerade der Bau der Schutzhütte ist als eine gemeinsame Aktion der Mädchen und Jungen aus der Gemeinde geplant.

Weitere Projekte finden Sie auf der kinder- und jugendpolitischen Landkarte.