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Umweltprojekte

Kinder und Jugendliche engagieren sich stark für den Umweltschutz und die Erhaltung einer gesunden und naturnahen Umgebung. Planungsprojekte, die natur- und umweltorientiert sind, können sich daher auf großes Interesse und Aktionsbereitschaft der Kinder und Jugendlichen stützen.
Oft sind die Jugendorganisationen der Umweltverbände gute Bündnispartner bei der Planung und Umsetzung.

Beispiel 1:
Donnersbergkreis/Gundersweiler
Beteiligung von Kindern bei der naturnahen Umgestaltung eines Kindergarten-Außengeländes in der Verbandsgemeinde Rockenhausen

Mit seinem Projekt "Hier baut Kurt - mit Helm und ohne Gurt" beteiligte der Kindergarten Gundersweiler im nordpfälzischen Donnersbergkreis die Kindergartenkinder an der Umgestaltung des Außengeländes.
Ein Jahr lang planten Kinder und Erzieher/innen und Eltern mittels "Bebauungsplanen", Projektgruppen, diversen Anschauungsobjekten und Literaturvorschlägen das neue "KiGaGu"- Außengelände. Eine interessante, naturverbundene Idee - jenseits konventioneller, industriell gefertigter Spielplätze - sollte so möglichst kostengünstig in Eigenleistung realisiert werden. Für die fachliche und versicherungstechnische Beratung war die Bauabteilung der Verbandsgemeinde Rockenhausen, als Träger der Kindertagesstätte, zuständig.
In der praktischen Umsetzung wurden die gestalterischen Ideen der Kinder weitgehend verwirklicht. Es entstand eine Riesen-Hangrutsche mit Reifenaufgang, ein Grillplatz mit Steinwerkstatt, Anpflanzungen von Blumenbeeten und Beerensträuchern, Weidenzelte, Erdhügel und Kriechtunnel, ein Wasser- und Sandbereich mit installierter Zisterne und eine Schaukellandschaft.
Die Kinder malten und bastelten, wie sie sich das Gelände vorstellten. Diese Anregungen wurden weitgehend verwirklicht.
Das Projekt dient im Besonderen dazu, den Kindern viele Spiel- und Bewegungsmöglich-keiten attraktiv zu gestalten und im motorischen und sozialen Entwicklungsverlauf der Kinder pädagogisch wirksame Akzente zu setzen. Die Enstehung des Projektes wurde durch eine gute Kooperation zwischen Kindern, Eltern, Verbandsgemeinde und Sponsoren ermöglicht.

Beispiel 2:
Mainz/Mainz-Mombach
Naturnaher Spielplatz

Noch vor einigen Jahren gab es ganz in der Nähe des geplanten Naturspielraumes im Mainzer Stadtteil Mombach einen großen, herkömmlich gestalteten Spielplatz. Im Zuge einer immer dichter werdenden Wohnbebauung verschwand die Fläche unter einem Wohnblock und mit ihr alle Angebote für Kinder und Jugendliche zum Spielen im Freien. Das führte zu Konflikten zwischen den dort wohnenden Kindern und ihren Familien mit den anderen Anwohnern. In unmittelbarer Nähe des Wohnblocks lag eine rund 4000 Quadratmeter große Brache, die als Müllkippe zu verkommen drohte.

Von Seiten der Stadt Mainz wie auch aus Mombach kam der Wunsch, einen naturnahen Spielplatz aus diesem Gelände zu planen und zu entwerfen.
Dabei sollte die von Jugendlichen bereits genutzte verwilderte Brachfläche zu einem naturnahen Spielplatz ausgebaut werden. Die alten Obstbäume und das dichte Strauchwerk bleiben erhalten. Der Platz soll großen und kleinen Kindern die Möglichkeit bieten, sich zurückzuziehen, in Ruhe zu spielen und die Natur zu erleben. Teile des Platzes sollten von den Anwohnern als Treffpunkt genutzt werden. Dieses Projekt entstand unter Beteiligung von Kindern (bis 12/13 Jahre) und Eltern.

Zu Beginn musste eine Initiative aufgebaut werden. Damit begann die Planung.
In Zusammenarbeit mit der Pestalozzi-Grundschule in Mombach fand eine Projektwoche statt. 

Methodisches Vorgehen:

  • Ausgehend von der Frage, was interessante Spielorte sein können, wurden Ausflüge an den Rhein und in den Wald gemacht.
  • In einem nächsten Schritt führten die Kinder mit ihren Großeltern aus Mombach Gespräche, um etwas über die Geschichte des Ortes kennen zu lernen, und um herauszufinden, wie die Großeltern früher gespielt hatten.
  • Im letzten Schritt entstanden Entwürfe der Kinder; diese Entwürfe mussten durch den Planer analysiert und aufbereitet werden.

Danach musste eine Anwohnergruppe aufgebaut werden, damit die Umsetzung der Planung beginnen konnte. Hierbei galt es, Anwohner zu motivieren, die sich zum einen regelmäßig treffen, um über den aktuellen Stand und Weiterentwicklungen zu beraten, aber auch um bei den Bauaktionen zu helfen. Diese Bauaktionen fanden in der Regel samstags von 9 bis 15 Uhr statt. Begleitet wird diese Gruppe, die sich schnell "Aktionsgruppe Mombacher Abenteuerwald" nannte, von dem Planer. Dieser ist auch für das Material zuständig. Insgesamt wurden und werden pro Jahr etwa 5 Bauabschnitte stattfinden. (Wichtiger Aspekt hierbei ist, die Anwohner nicht zu überfordern.)

Innerhalb von vier Jahren soll das Projekt schrittweise realisiert werden. Nachdem die "aktive Phase" abgeschlossen ist, wird das Planungsbüro weitere drei Jahre Ansprechpartner bei Bau- und Konfliktfällen bleiben.

Zusätzliche Informationen und Erfahrungen:

  • Bei der Beteiligung der Kinder wurde Wert darauf gelegt, dass sich Zeit genommen wurde, um ausreichend neue Erfahrungen zu sammeln; ebenso wurde auf den Aspekt der Ganzheitlichkeit geachtet.
  • Bei den Bauaktionen haben sich ortsansässige Geschäfte bereit erklärt, kostenlos Essen und Getränke sowie teilweise firmenspezifische Leistungen zur Verfügung zu stellen.
  • Weiterhin wurden die Bauaktionen unterstützt durch Schulklassen, Umweltgruppen, Kindergärten, internationale Workcamps.
  • Begleitet wurde dieses Projekt durch Öffentlichkeitsarbeit (Zeitung und Radio) und spektakuläre Aktionen wie Spatenstich durch den Oberbürgemeister.

Weitere Projekte finden Sie auf der kinder- und jugendpolitischen Landkarte.